„legendary nights“

Es ist Samstag Abend in einer beliebigen Großstadt in Deutschland, nennen wir sie Köln. Wir sitzen in einer Cocktail-Bar und haben, je nach Lage der Situation Spaß. Weniger Spaß bereitet mir aus unerklärlichen Gründen die Vergrößerung unserer Gruppe, mehr Spaß bereiten mir große Teile der Unterhaltung. Meine Sitzposition ist ungünstig, da die zwei Herren zu meinen beiden Seiten, auf Grund einer emotionalen Notlage Titanic spielen müssen, was mich zu der festen Überzeigung bringt, dass die ganze Cocktailbar gleich untergehen wird. Der Herr zu meiner linken Zeit wird von Zeit zu Zeit mit meinem offensichtilichen Desinteresse gestraft, was er seinem Interesse für zwei weitere Damen zu verdanken hat. Ich bin noch nicht betrunken genug, um einen „Schwenk“ aus meinem Leben zu erzählen; der Alkoholpegel meiner Nachbarn scheint aber auszureichen, um sich nicht nur damit zufrieden zu geben, mir zu glauben, dass der „Hand-auf-dem-Knie-Moment“ wirklich extrem peinlich ist, sondern mir diesen direkt mal sanft, bis weniger sanft zu demonstrieren, wodurch mir die Lage einfach zu stressig wird und ich gerne diesen stickigen Raum verlassen will. Als auch der Rest der Gruppe die „Location“ wechseln möchte, habe ich schlechte Laune, was wohl durch die Wechseljahre (:D) kommen muss, und nur durch überteuerten Billigwein und gute Zurede zu ändern ist. Der Wunsch nach einem Irish-Pub scheint ausgeprägt zu sein, auch wenn mir eher nach tanzen zu Mute ist, die Kombination des Irish-Pubs mit einer Karaoke-Bar, gefällt jedoch. Das Niveau beginnt sich nun endgültig zu verabschieden, ich kann es kaum noch sehen und auch der Polonaise kann ich mich leider nicht entziehen, also Augen zu und durch, ich wollte doch immer schon mal im Kreis um Bäume laufen. Und dann bin ich auch betrunken genug, um einen kleinen Schwenk aus meinem Leben zu erzählen: es fängt mit Vietnamesen an, und hört mit diesen auf, was natürlich sehr schade und ungewieft von mir ist. Angekommen in der Karaoke-Bar singen wir alle aus vollem Halse mit, mal richtiger, mal weniger richtig, was an diesem Zeitpunkt nun auch völlig egal ist. Als der Laden geschlossen wird, fängt es an zu regnen und es gibt ein Gewitter; die einen ziehen sich direkt mal halb aus, weil es doch so schön ist, und man als echter Mann, ja sowas aushält, die anderen werden trotzdem klitschnass. Die Situation wird auch nicht durch das singen und tanzen zu Gitarrenmusik von Menschen, die vor Läden sitzen besser. Da zumindest mein Niveau sehr weit weg ist, und ich sowieso viel zu wasted bin, ist mir das dann genauso egal, wie die irritierten Blicke einiger Mitbürger und Mitbürgerinnen. Der Weg zum Hotel ist kalt, auch das „Arm-in-Arm-laufen“ schafft keine Abhilfe, da das zu fünft doch auch recht stressig ist. Bei der Ankunft im Hotel, legt man im Zimmer nicht unbedingt Wert darauf, dass ich mich, nass wie ich bin, auf ein fremdes Bett setze, man ist „not-amused“. Zwei Stunden Schlaf zu zweit, in einem zu engen Bett sind anstrengend, und der Morgen danach von Schwindel, Müdigkeit und Agressionen gekennzeichnet.

Und trotzdem ist diese Nacht „legendary“!

wasted but happy

"legendary night" - wasted but happy

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Life is beautiful, Musik veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

* Copy This Password *

* Type Or Paste Password Here *