Grabgesang ohne Musik

GRABGESANG OHNE MUSIK – Edna St. Vincent Millay

ICH FINDE MICH NICHT AB, LIEBENDE HERZEN IN HARTEN GRUND GESPERRT.
SO IST ES, SO WIRD ES SEIN, DENN SO WAR ES, ZEIT BRICHT DEN STAB:
INS DUNKEL GEHEN SIE, DIE WEISEN, DIE LIEBEN, HINUNTERGEZERRT
UNTER LILIEN UND LORBEER; ICH ABER FINDE MICH NICHT AB.

LIEBENDE, DENKER, IN DEN BODEN MIT EUCH.
SEID EINS MIT DEM WAHLLOSEN STAUB, DER KEIN WORT
FÜHLT ODER WEIß VON DEN EUREN ,SEID IHM GLEICH.
EIN SATZ BLEIBT, EINE FORMEL. DAS BESTE IST FORT.

DIE ANTWORTEN SCHNELL UND KÜHN, DAS LACHEN, DIE LIEBE, DER BLICKE LICHT
VERGANGEN. SIE NÄHREN DIE ROSEN. ANMUTIG, WIE SIE GEFÄLLT.
IST DIE BLÜTE. VOLL DUFT IST DIE BLÜTE. ICH WEIß ES. ICH BILLIGE NICHT.
KOSTBARER WAR IN DEINEN AUGEN DAS LEUCHTEN ALS ALLE ROSEN DER WELT.

TIEF, TIEFER ALS TIEF IN DAS DUNKEL DER GRUFT,
SANFT GEHEN SIE, DIE SCHÖNEN, DIE ZARTEN, DIE GUTEN, INS GRAB;
DIE KLUGEN, DIE HEITEREN, DIE STARKEN GEHEN STILL, WENN ES RUFT.
ICH WEIß ES. ICH BILLIGE NICHT. UND ICH FINDE MICH NICHT AB.

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